Cozmic Mojo_B.L.U.E.S_Rhede

From: Rocktimes
Bereits zum fünften Mal gastierte Elizabeth Lee’s Cozmic Mojo im blues, Rhede. Bei sehr angenehmen Temperaturen war der Biergarten proppenvoll und später heizte die texanische Sängerin mit ihrer italienischen Band innen. Bei den vielen Album-Veröffentlichungen konnte man aus dem Vollem schöpfen und dennoch bot man mit “People Say” von
The Meters sowie Ike & Tina Turners Klassiker “Nutbush City Limits” unter anderem auch Coversongs auf. Nicht nur Insidern dürfte bekannt sein, dass Elizabeth Lee mit Luca Manenti und Luca Gallina zwei exzellente Gitarristen an ihrer rechten sowie linken Seite hat. Schiere Power auf den wenigen Trommeln und Becken servierte Frederica Zanotti. Die musikalische Spannweite hatte einen enormen Radius und was auf den zwölf Saiten der beiden Luca-E-Gitarren geboten wurde, war ein faszinierendes Varieté der klanglichen Ideenvielfalt. Luca Gallina, der übrigens in vielen anderen Projekten wie Atomic Quintet, Cadillac Circus, Les Deux Guitarists Vagabonds oder The Pulps! beschäftigt ist, servierte dem Publikum eine große und gelungene Portion an Slide-Gitarre.
Die Frontfrau hatte eine Stimme für alle Gelegenheiten des weiten Musik-Feldes. Ob der traditionelle Blues, Funk, Soul oder die rockige Variante des 12-Takters, Elizabeth Lee legte sich immer emotional voll ins Zeug und überzeugte.
Da gab es im ersten Teil des Konzerts eine Ballade mit dem Titel “Love Me Like A Man” mit der die Texanerin beim Publikum für eine äußerst intensive Gänsehaut sorgte. Die Sängerin war bei dieser Ballade ganz besonders in sich gekehrt. Sie ließ die Zuschauer besonders dicht an ihre Seele. Man konnte sie förmlich spüren. Dieses Stück hatte eine genüssliche Länge und Luca Gallina übernahm den Staffelstab der enormen Gefühle. Was er auf seinem Arbeitsgerät vollbrachte, war mit Gold kaum aufzuwiegen. Wenn, dann brauchte man dafür bestimmt so einige Kilogramm des Edelmetalls. Grundsätzlich ergänzten sich die beiden Lucas perfekt. Ob im gelegentlichen Twin-Sound der Sechssaiter, bei wechselseitig-musikalischen Diskussionen oder sehr gelungenen Gitarren-Duellen … diese beiden Spezialisten sorgen ein ums andere Mal für Stimmung.
Natürlich war es purer Zufall, dass Elizabeth Lee’s Cozmic Mojo so wie Matt Schofield bei seinem Roepaen-Konzert auch den The Meters-Track “People Say” auf dem Schirm der guten Unterhaltung hatte. Die Energie floss bei der amerikanisch-italienischen Combo allerdings viel mehr in die psychedelische Lesart des Originals. Da waren beide Gitarristen auf dem Trip ins Universum der erstklassigen Laune. Solche Ausflüge, ob von einem Musiker oder beiden gab es mehrmals zu bewundern. Herrliche Fingerspielereien auf dem Fretboard und was sich sonst noch so um das Griffbrett rankte. Klasse!
Elizabeth Lee hatte einen ganzen Koffer voll mit Percussion-Instrumenten und für “Bad Boy” wählte sie den Schellenring. Von einem Country-Intro ausgehend nahm das Stück ziemlich schnell rockige Züge an und die Riffs flogen einem quasi um die Ohren. Toll! Für “Without You”, einem neuen Song, hatte Frederica Zanotti einen unwiderstehlichen Groove drauf und im Allgemeinen konnte man sich kaum von ihren Taktstöcken trennen. Diese Frau erzeugte auf nur drei Trommeln, einem Becken und High Hat sowie einer Cowbell soviel Drive, dass einem die Spucke wegblieb. Respekt!
Bis an den Rand mit Stimmung gefüllt war “Queen Of The Water” und hier servierte Luca Manenti die glücksbringenden Rock’n’Roll-Riffs, die zusammen mit dem Frederica Zanotti-Beat voll auf die Fußwippe zielte. Elizabeth Lee hatte das gewisse Extra auf den Stimmbändern, konnte mit ihrem Gesang richtig zupacken, einen in ihren Bann ziehen. Viele Strömungen flossen in die Musik der Combo ein und die genaue individuelle Mischung machte das Zünglein an der Waage aus. So war der Zeiger stets im Bereich der guten Laune und für “Have Love, Will Travel” (The Sonics) hatte der Rock’n’Roll-Faktor einen Schuss Punk im Blut. Super!
Mit einem eher ruhigen Song (“Universe”) schwebte man in die erste Zugabe. Herrlich-kuschelige Atmosphäre reicherte die Location an und anschließend gab es eine hochprozentige Speed-Blues-Country-Rockabilly-Nummer auf die Lauscher. Klasse! Das Publikum wollte noch mehr und die Bitte wurde erfüllt. Die Protagonistin alleine betrat nochmals die Bühne und als krönenden Abschluss gab es eine a cappella-Version von Janis Joplins Automobil-Klassiker “Mercedes Benz” obendrauf.
Zum fünften Mal im blues, Rhede … nach diesem hinlangenden Konzert mit allen möglichen Facetten darf Elizabeth Lee’s Cozmic Mojo ruhig ein sechstes Mal die Bühne entern. Dann werden bestimmt Songs des nächsten Albums, das im Sommer 2015 erscheinen wird, mit von der Partie sein. Hats off für diesen Auftritt!
Wir bedanken uns bei André Knoch für die problemlose Akkreditierung.
Line-up:
Elizabeth Lee (vocals, percussion)
Luca Gallina (electric guitar, backing vocals)
Luca Manenti (electric guitar, backing vocals)
Federica Zanotti (drums, percussion, backing vocals)